Wie erfahre ich Hilfe bei Anspannung, Stress, Angst, Überforderung....
Wenn wir uns nicht sicher fühlen, erleben wir oft Angst oder Hilflosigkeit. Wir sind ständig auf der Hut, leben in einem Zustand permanenter Anspannung.
Einige Menschen neigen dazu, überwiegend im Kampfmodus zu leben, während sich andere in einem konstanten Fluchtmodus befinden.
In diesen Zuständen sind wir nicht in der Lage, unser volles Potenzial zu entfalten oder erfüllende Beziehungen zu genießen.
Wir leben dann in einem ständigen Stresszustand, der im Laufe der Zeit sowohl psychische als auch körperliche Symptome hervorrufen kann.
Die Polyvagal-Theorie von Stephen Porges versucht zu beleuchten, was physiologisch in unserem Körper vor sich geht, wenn wir unter anhaltendem, überwältigendem Stress stehen oder mit «Schockereignissen» konfrontiert sind, für die wir keine oder zuwenig Bewältigungsmechanismen haben.
Stress und Angst beeinflussen unser Gehör
Kennen Sie das Gefühl?
Nach einem stressigen Tag treffen Sie sich mit jemandem in einer lauten Umgebung und haben Schwierigkeiten, deren Stimme zu hören oder sich zu konzentrieren.
Stress bewirkt, dass wir Hintergrundgeräusche intensiver wahrnehmen als menschliche Stimmen.
Das ist wichtig, um uns vor einem „anschleichenden Tiger“ zu schützen.
Ist unser soziales Nervensystem (SES) aktiv, ändert sich unsere Hörfähigkeit: Wir hören menschliche Stimmen klarer, während andere Geräusche in den Hintergrund treten.
Augenkontakt kann
belastend sein
Augenkontakt ist eine intime und persönliche Erfahrung. Es erzeugt sofort mehr Energie im Körper, was unangenehm werden kann, wenn diese Energie im dysregulierten Zustand als bedrohlich empfunden wird.
Oft verbinden wir Augenkontakt in dysreguliertem Zustand mit dem Gefühl tiefer Scham, das von negativen unbewussten Erfahrungen von früher ausgelöst werden kann.
Ist das soziale Nervensystem hingegen aktiv, können wir Augenkontakt als angenehm, intim und liebevoll empfinden.
Wenn das SES (soziales Nervensystem ) nicht aktiv ist und wir im Kampf- oder Fluchtmodus oder sogar im Totstellreflex stecken, wird es auch schwieriger, Gesichter zu lesen.
Auch unsere Fähigkeit, positive Emotionen zu erkennen, ist bei Stress stark eingeschränkt.
Stattdessen sucht unsere Wahrnehmung, gemäß der Polyvagal-Theorie, nach Hinweisen auf Gefahren in den Gesichtern der Menschen um uns herum. Dies führt zu einem Anstieg des inneren Stressniveaus, da wir auf kleinste Hinweise stark reagieren.