Selbstreflexion und Entspannung

Wenn ein bestimmtes Stressniveau überschritten wird und der soziale Vagus nicht mehr aktiv ist, sinkt unsere Fähigkeit zur Selbstbeobachtung und Emotionswahrnehmung erheblich. Trauma-Energien führen dazu, dass das autonome Nervensystem nicht mehr flexibel auf verschiedene Situationen reagiert, sondern starr und unflexibel wird. Ein Trauma stellt somit eine Dysregulation des autonomen Nervensystems dar, die dazu führt, dass wir nur noch in festgefahrenen Reaktionsmustern auf Anforderungen reagieren. 
Um echte Entspannung zu erfahren, ist es wichtig, unser Nervensystem in einen ausgeglichenen Zustand zurückzuführen. Das „Soziale Engagement-System“ (SES) ist ein wesentlicher Bestandteil des autonomen Nervensystems und spielt eine entscheidende Rolle in diesem Prozess. Damit unsere Fähigkeiten zur Selbstreflexion und emotionalen Regulation wiederhergestellt werden können, ist es notwendig, schrittweise störende Faktoren zu beseitigen.

Entspannung, der Schlüssel zur Selbstwahrnehmung 

In der Psychotherapie wird die Polyvagal-Theorie genutzt, um Klienten zu helfen, ihre Stressreaktionen besser zu verstehen und ein Gefühl der Sicherheit und Selbstregulierung zu entwickeln. Hier sind einige Ansätze, wie dies geschieht: 

  • Entspannungstechniken: 
    Durch Atemübungen, Meditation oder sanfte Bewegung wird das soziale Engagement aktiviert, was zu Entspannung führt und den Körper aus dem Kampf- oder Fluchtmodus zurück in einen sicheren Zustand bringt.


  • Körperwahrnehmung: 
    Klienten lernen, auf ihre körperlichen Empfindungen zu achten. Dies hilft ihnen, frühzeitig Anzeichen von Stress oder Angst zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Selbstregulierung zu ergreifen.

  • Sichere Beziehungen: 
    Therapeutische Beziehungen bieten einen sicheren Raum, in dem Klienten sich öffnen und ihre Emotionen ausdrücken können. Dies fördert das soziale Engagement und hilft, Stress abzubauen.

  • Neurozeption: 
    Klienten lernen, ihre unbewussten Wahrnehmungen von Sicherheit oder Gefahr zu erkennen und zu verstehen, wie diese ihre Reaktionen beeinflussen. Dies kann helfen, die Kontrolle über ihre emotionalen Reaktionen zurückzugewinnen.